KOMMUNI'KATZ'ION
Katzen erklären ihre Botschaften und Verhaltensweisen:



Wir Katzen unterhalten uns sehr gerne! Ich selbst bin ein grosser Erzähler! Ich berichtete von meinen tollen Abenteuer draussen und was ich alles gesehen und erlebt habe, auch wie es mir gerade geht und wie ich mich fühle. Doch was bedeuten meine Signale?


Augen kneifen -
"Hallo, ich kenne dich, ich mag dich und traue dir. Ich kann sogar die Augen zumachen, weil ich von dir nichts Böses erwarte." Katzen sollte man nie direkt in die Augen schauen, sondern die Augen zukneifen und durch halboffene Augen anschauen oder wegschauen. Anstarren empfindet die Katze als Drohung, also eine sehr unanständige Sache auf kätzisch!

Erhobener Schwanz - Mit erhobenem Schwanz auf jemanden zugehen"Hallo, ich freue mich, dich zu sehen" Und auch: "Ich kenne dich".  Diese Begrüssungsgeste ist eine 'Neuerfindung' der Hauskatze, die sie im Umgang mit Menschen gebraucht. Ihre Vorfahrin, die Falbkatze, kannte diese Geste noch nicht.  Wenn eine Falbkatze den Schwanz kerzengerade hoch streckt, dann um einen Gegenstand mit Urin zu markieren. Man kann den Beginn von Markierverhalten und das Schwanzhoch der Begrüssung unterscheiden: mit Zittern folgt in der Regel Urinspritzen.

Köpfchen geben -"Hallo, Freund!" Viele Katzen stossen zur Begrüssung mit den Köpfen gegeneinander. Leider sind wir Menschen zu gross und unsere Köpfe zu weit weg vom Boden der kätzischen Tatsachen, so dass unsere Katzen oft mit dem Knie vorlieb nehmen müssen. Warum die Kommunikationsdistanz nicht verringern und auf die Ebene der Katze heruntersteigen? Manche Katzen überwinden die Sprachbarriere, indem sie sich auf einen Zaun oder eine Mauer auf Kopfhöhe des Menschen hinstellen, um Köpfchen geben zu können.  Flattieren, mit den Wangen oder gar dem ganzen Körper an jemandem oder einem Gegenstand vorbeistreichen Was von vielen als Zärtlichkeit empfunden wird, ist ein kätzischer Besitzanspruch: wir, oder die Gegenstände, an denen die Katze ihren Mundwinkel, ihr Kinn, ihre Schläfe oder den ganzen Körper reibt, werden 'beduftet'. d.h. mit Duft markiert und so in Besitz genommen.

Krallenwetzen - Auch Krallenwetzen vor den Augen eines Artgenossen oder Menschen kann Kommunikation bedeuten, nicht nur Maniküre oder Markieren. Hauskatzen lieben Katzenbäume, Sisalteppich, Möbel und Vorhänge, um ihren Mitmenschen oder Mitkatzen zu zeigen, dass sie sich sicher fühlen und der Chef sind. Es kann aber auch eine gewisse Erregung ausdrücken.

Schlafen - Anhand der Art, wie Katzen liegen, dösen und schlafen, sieht man, ob sie sich entspannt und wohlfühlen. Seiten- oder gar Rückenlage, mit allen Vieren von sich gestreckt bedeutet Katzenhimmel und absolute Entspannung. Eingerollt auf der Seite, wie eine Schnecke, ist die entspannte und normale Schlafposition. Als kompaktes Bündel hockend, Vorderpfoten aufgestellt heisst: Nicht wirklich entspannt, aber auch nicht energiegeladen. Wenn die Vorderpfoten eingefaltet werden, ist schon mehr Entspannung da.

Schönheitspflege - Katzen haben ein eingebautes Schönheitspflegeset: die Krallen der Hinterpfoten und die Schneidezähne dienen als Fellbürste. Maniküre der Vorderpfoten betreiben sie mittels ersetzbaren Krallenhülsen, die beim Krallenwetzen abgestreift werden, sobald sie abgenutzt sind.  Das Wichtigste ist jedoch die Zunge: Katzen 'duschen' sich selber, waschen sich aber auch gegenseitig das Fell. Und das ist die Grundlage für ein sehr wichtigs Kommunikationsmittel zwischen Mensch und Katze: Wir lecken unsere Katzen zwar nicht ab, aber das Streicheln hat dieselbe Wirkung; beide Partner geniessen es, fühlen sich wohl, vertrauen einander.  Im Gegensatz zu Tieren wie zum Beispiel das Meerschweinchen, das keine gegenseitige Körperpflege kennt und darum Streicheln auch nicht schätzt, ist das bei der Katze sehr wohl der Fall. Schmusen ist in! Allerdings nur bei Katzen, die schon als junges Kätzchen gute Erfahrungen gemacht haben und auch sonst eher Schmuse- und nicht Spieltypen sind.

Spielen - Katzen, besonders Wohnungskatzen, brauchen durch Objektspiel mit Fellmäusen, Federbüscheln, Schnüren etc einen Ersatz für das Jagen. Jagdverhalten bedeutet: Ohren gespitzt, Augen aufmerksam, ja stechend, Schnauzhaare trichterförmig nach vorne gerichtet, Schwanzspitze zuckt, Körper ist angespannt! Nun bitte rascheln, Fellmäuse neckisch an einer Schnur um die Ecke ziehen. Alles, was fiept, raschelt, klein ist und sich schnell bewegt, oder gar um die Ecke oder in Löchern verschwindet, weckt das Jagdverhalten. Aber Achtung auf die Finger!

Abwehr - Unliebsamen Artgenossen gegenüber wird der Buckel gewölbt, die Haare gesträubt und der Schwanz wird zu einer dicken Bürste, die ganze Abwehr wird begleitet von Knurren und Grollen. Wenn Katzen in die Defensive gedrängt werden, knicken sie hinten ein, legen die Öhrchen zurück, machen grosse Augen und fauchen oder spucken, schlagen mit der Pfote. Eine solche Katze lieber in Ruhe lassen - oder es gar nicht soweit kommen lassen.

Miauen - Das typisch kätzische Miau ist nicht nur ein Lautäusserung, sondern sagt Verschiedenes aus. Das Verlassenheitsmiauen, das fordernde Miauen, wenn eine Katze etwas will (z.B. sie fordert den Menschen auf, die Türe oder das Fenster zu öffnen), oder das aufgeregte Schnattern, wenn eine Katze einen Vogel beobachtet, der ausser Reichweite ist - sind Beispiele für die verschiedenen Arten des Miauens. Bei manchen Katzen kann man diese Laute gut unterscheiden, weil sie ziemlich stimmgewaltig sind, bei anderen erkennt man sie nur aus dem Kontext.
Eines ist aber sicher: Im Vergleich zur Vorfahrin Falbkatze können Hauskatzen viel mehr mit ihrer Stimme ausdrücken - sie haben das im Umgang mit den Menschen entwickelt. Beispielsweise setzen sie ein klägliches, herzzerreissendes Miauen auf dafür ein, um zu bekommen, was sie möchten. Nicht umsonst beurteilen Menschen das Hauskatzen-Miauen als das Wildkatzen-Miauen. Die Hauskatzen haben gelernt, sich ins Herz des Menschen zu miauen!

Schnurren - Schnurren ist in der Regel ein Zeichen von Wohlbefinden. Nicht alle Katzen schnurren jedoch gleich häufig in angenehmen Situationen. Es gibt beispielsweise auch Katzen, die beim Tierarzt zu schnurren beginnen. Das Schnurren der Mutterkatzen die die Jungen säugen, ist ein anderes als das Schnurren beim Streicheln. Es ist aber schwierig für uns Menschen, diese Nuancen zu erkennen.


Wie handeln und reagieren wir?
Beobachten mit Respekt - Als erster Schritt gilt es, das Katzenverhalten zu studieren: In welcher Situation verhält sich meine Katze wie? Dies beinhaltet vor allem geduldiges Beobachten, ohne einzugreifen oder die Reaktion der Katze auf sich zu lenken - dafür sollte man sich viel Zeit nehmen.

Verstehen - Mit Hilfe von Fachbüchern und Experten können wir herausfinden, was die häufig wiederkehrenden Verhaltensweisen bedeuten können. Welches sind die Ausdrücke von Wohlbefinden oder Unbehagen, was ist Kommunikation, und was will die Katze damit sagen?

Reagieren mit Respekt - Falls eine Katze häufig Verhalten zeigt, die mit Unbehagen verbunden werden können, sollten solche Situationen entschärft werden. Reagiert die Katze beispielsweise mit Abwehr, wenn wir sie berühren, während sie schläft, sollten wir sie in Ruhe lassen. Wenn wir sehen, dass sie zu kommunizieren versucht (z.B. Köpfchen geben gegen Knie): Warum ihr nicht entgegenkommen und auf sie eingehen?
Es gibt Studien, die zeigen, dass eine Interaktion mit einer Katze länger dauert, wenn die Katze selbst auf den Menschen zukommt und den Kontakt initiiert, als wenn der Mensch als erster hingeht.  Das bedeutet also: Wenn die Katze kommuniziert, dass sie Kontakt möchte, und auf einen zukommt, dann sollte man sich wirklich Zeit für sie nehmen, weil sie es in dem Fall will. Ist sie jedoch anderwertig beschäftigt, sollte man das respektieren und keinesfalls einen Kontakt erzwingen. Katzen mögen das gar nicht