KATZENLEXIKON - KUNST, LITERATUR UND FILM

Kunst
Katzen wurden schon früh als Motiv der Kunst verwendet. Besonders im alten Ägypten hat die Katze in der Darstellung eine entscheidende Rolle gespielt. So finden sich in ägyptischen Denkmälern und Grabkammern viele Abbildungen und Statuen von Katzen. Zudem sind sie auf griechischen Münzen des 5. Jahrhunderts v. Chr. abgebildet. Später bildeten sie Motive römischer Mosaike und Gemälde und waren auf Münzen, Schilden sowie auf Töpferwaren abgebildet. Eine irische Buchillustration des Evangeliums aus dem 8. Jahrhundert zeigt ebenfalls das Bild einer Katze. In der Renaissance wurde die Katze in der europäischen Kunst wiederentdeckt. Leonardo da Vinci schuf das erste Katzenbild. Albrecht Dürer zeichnete eine Katze, Adam und Eva zu Füßen liegend, in seiner Grafik vom Sündenfall. Pieter Breugel der Ältere zeichnete das Katzenkonzert. Auch etliche Werke des italienischen Malers Tintoretto zeigen Katzen. Zudem ist die Katze auch auf Bildern von Balthus  zu finden. Der französische Impressionist Manet, der die Frau mit der Katze auf dem Schoß malte, war ein ausgesprochener Katzenfreund. Renoir romantische Beziehung zur Katze zeigt sich in den Bildern Frau mit Katze und Junges Mädchen mit Katze. Auch in einigen Werken des Künstlers Toulouse-Lautrec sind Katzen zu sehen.
Im 19. Jahrhundert wurden besonders der Schweizer Gottfried Mind (genannt Katzen-Raffael) und der Sachse Fedor Flinzer für ihre Katzenbilder bekannt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts blieb die Katze ein beliebtes Motiv. Franz Marc, dessen Vorliebe den Tieren galt, malte Die weiße Katze. In den Werken der Maler Raoul Dufy, Paul Klee und Max Beckmann lassen sich auch Katzendarstellungen finden. Seit Ende des 20. Jahrhunderts sind stilisierte Katzenbilder von Rosina Wachtmeister und auf ihrer Grundlage hergestellte Porzellanfiguren beliebte Sammelobjekte und daher kommerziell erfolgreich.

Literatur
Auch in der Literatur war die Katze immer wieder Motiv. Der babylonische Talmud lobt die Katze und propagiert ihre Zucht, „um das Haus rein zu halten“. Des tragischen Dahinscheidens von Selima, der Lieblingskatze Horace Walpoles, wird in Thomas Grays Gedicht Ode on the Death of a Favourite Cat Drowned in a Tub of Goldfishes gedacht.
Insbesondere im weltweit bekannten Märchen vom gestiefelten Kater, das die Gebrüder Grimm in ihre Sammlung aufnahmen und Ludwig Tieck für das Theater bearbeitete, aber auch in anderen Märchen spielt die Katze eine Hauptrolle. In der Renaissance bekundeten die italienischen Dichter Dante Alighieri, Francesco Petrarca und Torquato Tasso in einigen ihrer Werken offen ihre Sympathie für die Katzen. Auch Johann Wolfgang von Goethe lässt den Katzen einen Platz in seinen Werken. So wird Kater Hinze von Reineke Fuchs von denselben hereingelegt. Der Roman Lebensansichten des Katers Murr von E. T. A. Hoffmann ist teilweise aus der Perspektive eines Katers erzählt, der heimlich lesen und schreiben lernt. Der Roman ist unter anderem eine parodistische Darstellung deutscher Kultur; so wird ein „Katzenbund“ geschildert, der an Studentenbünde angelehnt ist. Die Cheshire Cat (Grinsekatze) aus dem Roman Alice im Wunderland von Lewis Carroll ist des Öfteren nur teilweise vorhanden. Die vom britischen Schriftsteller Rudyard Kipling geschaffene Cat That Walked by Himself in einer seiner Just So Stories (Nur so Geschichten für Kinder) ist auch eine bekannte Katze der Literatur. In der Erzählung Der schwarze Kater von Edgar Allan Poe wird das Tier als eine Art guter und nachsichtiger Geist beschrieben mit dessen Hilfe ein Mörder überführt werden kann. T. S. Eliots von seiner Katze Jellylorum inspririerte Sammlung von Katzenversen Old Possum's Book of Practical Cats wurde in der Vertonung Andrew Lloyd Webbers als Musical Cats ein Welterfolg. Wahrhaftig verehrt und gepriesen wird die Katze in Baudelaires Le chat (Die Katze), Guy de Maupassants Sur les chats (Über die Katzen) und in den Katzengeschichten der französischen Schriftstellerin Colette, die stets viele Katzen hielt. In den Romanen Felidae, Francis, Cave Canem, Das Duell und Salve Roma! des deutschsprachigen Autors Akif Pirinçci spielen Katzen die Hauptrolle und ein Kater löst als Detektiv spannende Fälle. In diesen Büchern heißen die Katzenhalter „Dosenöffner“. In Zusammenarbeit mit dem Psychologen Rolf Degen schrieb er Das große Felidae Katzenbuch, das die Gefühle, Gedanken und Vorlieben von Katzen schildert und von „Francis“ kommentiert wird. Die wohl bekannteste Katzendetektivin ist Mrs. Murphy von Rita Mae Brown und ihrer kätzischen Co-Autorin Sneaky Pie. In dem Buch Ich der Kater des japanischen Autors Natsume Sôseki betrachtet ein namenloser Kater kritisch das Japan nach den vielen westlichen Einflüssen seit der Meiji-Restauration. In Stephen Kings Friedhof der Kuscheltiere (Pet Cemetery) wird der Kater Winston Churchill wieder zum Leben erweckt.

Film
Die Katze aus dem Weltraum ist ein außerirdischer Kater mit entsprechenden Fähigkeiten in einer Science-Fiction-Parodie von 1977. Den Dauergegenspieler von James Bond Ernst Stavro Blofeld erkennt man an seiner weißen Perserkatze, die er stets bei sich hat. In der Science Fiction-Serie Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (1987-2002) besitzt der Androide Data eine Katze namens Spot. In der Verfilmung Catwoman (2004) des gleichnamigen Comics werden auch mehrere Katzen gezeigt. Zudem werden so genannten „Katzenfrauen“ bestimmte Eigenschaften zugeschrieben.

Comics und Zeichentrickfilme
In vielen zeitgenössischen Zeichentrickfilmen sind Katzen die Hauptfiguren. Beispielsweise im Katzenkrimi Felidae (1993) und Walt Disneys Familienfilm Aristocats (1970), aber auch die keineswegs jugendfreie Figur Fritz the Cat (1972) von Robert Crumb, im gleichnamigen Zeichentrickfilm. Pat Sullivan schuf (1917) die Comic-Figur Felix the Cat, in der eine schwarze Katze als sympathischer Komiker dargestellt wird. Die Zeichentrickserie Tom & Jerry schildert den ewigen Kampf des Hauskaters Tom mit der gewitzten Maus Jerry. In der Zeichentrickserie Sylvester und Tweety spielt sich ähnliches zwischen Hauskater Sylvester und Kanarienvogel Tweety ab. Die Titelfigur des Comics Garfield, ein dicker, fauler, roter Kater, diente als Vorlage für eine Trickfilmserie und eine Realverfilmung. Im computeranimierten Trickfilm ist vor allem der „Gestiefelte Kater“ aus Shrek 2 bekannt, aber auch in Die Unglaublichen ist eine Katze zu sehen. In der Zeichentrickserie The Simpsons existiert eine eigene Kinderserie namens Itchy & Scratchy in der die Maus Itchy, den Kater Scratchy immer auf brutalste Weise umbringt. Eine Folge der Serie dauert ca. 30 Sekunden. Die Serie ist bei der Jugend Springfields (u.a. Bart und Lisa Simpson) extrem beliebt. Außerdem haben die Simpsons eine Hauskatze namens Snowball, bzw. Snowball II. In japanischen Comics (Manga und Anime) kommen zumeist in Fantasy- und Science Fiction-Geschichten Menschen mit Katzenmerkmalen, wie z.B. Katzenohren, -schwanz, Pfoten und/oder Schnurrhaare vor. Vor allem die weibliche Form der Catgirls ist sehr beliebt. Bekannte Charaktere sind z.B. Merle aus The Vision of Escaflowne, Super Catgirl Nuku Nuku oder Anna Puma und Uni Puma aus Dominion Tank Police. Es gibt auch erotische Zeichnungen, die mal süße, mal wilde Figuren zeigen.
Erwähnenswert sind auch die Manga What's Michael von Makoto Kobayashi und Chi's Sweet Home von Konami Kanata, die mit lustigen Geschichten rund um die charakterlichen Besonderheiten und Eigenarten der Katzen arbeiten. Auch in der beliebten Manga- und Animeserie Ranma ½ spielen Katzen eine wichtige Rolle. Die Hauptfigur Ranma hat panische Angst vor Katzen und die Figur Shampoo verwandelt sich beim Kontakt mit kaltem Wasser in eine Katze und mit heißem Wasser zurück in ein Mädchen. Bei Sailor Moon sind die Katzen Luna und Artemis wichtige Berater der Sailor-Kriegerinnen. Außerdem gibt es Serien, die Katzen im Titelnamen haben, wie Cat's Eye (Katzenauge) oder die Gunsmith Cats.
In Deutschland bisher nicht veröffentlicht sind die Anime in Spielfilmlänge Whisper of the Heart [2] (1995, Mimi wo Sumaseba) und dessen Fortsetzung The Cat Returns (2002, Neko no Ongaeshi) vom Studio Ghibli