EINE KATZE TRAUERT

Als mein geliebter Bruder Mitzi starb, war ich tagelang sehr traurig und antriebslos. Nichts konnte mein Interesse und meine Neugier wecken. Ich wollte nicht mehr fressen. Ich lag tagelang mit grossen Augen rum und starrte ins Leere. Meine Dosi fing an sich grosse Sorgen zu machen und hat sich bei Tierarzt informiert, wie sie mir helfen könnte. Sie hat einige Gute-Laune-Tipps bekommen und mich innert wenigen Tagen wieder aufgemuntert, so dass ich mich wieder aufgerafft habe und draussen in meinem Revier spatzieren ging. Diese Tipps möchte ich euch nicht vorenthalten. Vielleicht kommt der Tag, an dem auch ihr traurig und niedergeschlagen seid, dann können euch diese Gute-Laune-Tipps vielleicht etwas helfen. Wichtig! Wenn die Katzendepression länger andauert, unbedingt den TA hinzuziehen!

Ursachen für eine Katzendepression
Katzen können wie Menschen unter Depressionen leiden. Katzen sind hochsensible Tiere. Kleinste Veränderungen in ihrem Leben können zu Misstimmungen und bis zur Depression führen. Das Gefühlsleben einer Katze ist ähnlich wie beim Menschen. Mögliche Ursachen der Trauer sind:
Verlust eines Familienmitgliedes oder eines Artgenossen, Wohnungsumzug, Veränderung der Tagesabläufe (zB neue Arbeitszeiten der Dosis), ständiges Alleingelassen werden, Verlust des Territoriums, dominante Zweitkatze, grosse Veränderungen im Alltag.

Symptome einer Katzendepression
Die Symptome einer Katzendepression können sehr unterschiedlich stark und dauerhaft sein und ist immer vom Tierarzt abzuklären. Denn nie vergessen, nebst psychischen Einflüssen könnte auch eine unerkannte Krankheit die Ursache sein!

Symptome für Katzendepression können sein:
Lethargie oder Reizbarkeit, Apathie oder Hyperaktivität, Appetitmangel oder Fressucht, Vernachlässigung der Körperpflege, Aggresivität, Koten und Urinieren sein. Katzi verkriecht sich in Verstecke und will auffällig viel alleine sein.

Gute-Laune-Tipps:
Um Katzi etwas aufzumuntern, sind erst mal Gute-Laune-Tipps angesagt:
Trauer, Angst und Tränen von Menschen sind auch für Katzen spürbar. Wenn Menschen trauern, sprechen sie leiser, ihre Stimme und ihre Gangart ist anders. Dieser Umstand belastet Katzi zusätzlich und wird noch trauriger. In vielen Fällen besteht eine enge Bindung zwischen Mensch und Katzi und sie beeinflussen sich gegenseitig mit ihrer depressiven Stimmung. Dosis können dem entgegenwirken, indem sie versuchen, fröhlich, aufgestellt und optimistisch zu sein. Sehr viel mit Katzi reden, ihr alles mögliche erzählen, und dabei immer wieder Katzis Namen nennen! Positiver Nebeneffekt: es schlägt auch auf das Gemüt der Dosis und die Stimmung wird etwas entspannter.

Mit Katzi schmusen, streicheln. Mindestens 30 Minuten am Tag mit Katzi spielen, Bällchen werfen, Fellmäuschen schnuppern, Spielangeln. Neue interessante Spielsachen wecken das Interesse von Katzi.

Sofern Katzi es mag, regelmässig das Fell bürsten.

Einige Lieblingsspielzeuge oder Lieblingskissen mit Katzenminze und Baldrian betäufeln. Diese Spielsachen ins Körbchen oder auf das Kuscheldeckchen legen, damit Katzi daran schnuppern kann, wenn Katzi will.

Katzi benötigt etwas Abwechslung und Ablenkung, auch im Futternapf. Feste Fütterungszeiten einhalten, aber sehr
abwechslungsreich füttern. Es darf ruhig auch mal etwas Ungesundes sein, ein Schälchen Whiskas oder ein Leckerli!

Wenn Dosi die Wohnung verlässt, sollte sie Kartons hinstellen und getragene Wäsche am Boden oder auf dem Bett liegen lassen, damit Katzi etwas am Duft schnuppern kann.

Ein paar Schränke, Schubladen oder Abstellkammern sollten offen bleiben, keine Tabuzonen für Katzi! Katzi muss die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen!

Katzis Intelligenz anregen, zB durch verstecken von Leckerlis.

Vorsicht! Zuviel der Zuneigung kann schaden. Nicht gegen Katzis Willen rumtragen und rumjagen! Wenn sich Katzi zurückziehen will und im Schrank versteckt, sollte Katzi die Zeit auch haben dürfen. Baldriankissen hinlegen und Katzi ein wenig Zeit lassen. Sobald Katzi aus dem Schrank kommt, ihren Namen nennen und mit fröhlicher Stimme mit ihr reden.

Es gibt auch zahlreiche Medikamente. Bei Bedarf ist aber ein Gespräch mit dem TA ratsam! Es gibt eine Reihe von homöopathischen Medikamenten, doch bei uns ist niemand wirklich Fan davon. Wir haben ganz darauf verzichtet und haben es mit Baldrian versucht.Psychopharmaka für Katzi wird nur in schweren Fällen verabreicht, wenn Katzi über längere Zeit depressiv ist und hat viele Nebenwirkungen, wie zB Müdigkeit, und gerade das wollen wir vorerst vermeiden.

Krankheitsdauer und Erfolgsaussichten
Je nach Persönlichkeit erholt sich Katzi innerhalb von Tagen oder Wochen. Nur selten entwickelt sich eine chronische Depression.