DIE KATZE IM KAMIN
Quelle unbekannt

Vor langer Zeit lebte ein Mann mit seiner Frau in einem alten Bauernhaus. Das Paar hatte selten genug Geld für die Annehmlichkeiten des Lebens und manchmal hatten sie nicht einmal Geld für Brot und Holz für das Feuer. Ihr einziger Begleiter war ein schwarzer Kater mit großen goldenen Augen.

An einem kalten Winterabend sass das Paar vor dem Kaminfeuer und sah die kleinen Flammen brennen, sah zu wie das Feuer immer kleiner und kleiner wurde. Sie hatten kein Holz mehr für das Feuer und draussen war es zu kalt, um nach herausragenden und abgefallenen Ästen zu suchen. Sie sassen vor dem Kamin und sahen zu, wie das Feuer immer kleiner wurde, bis es erlosch.

Sie rückten nah aneinander und teilten sich eine warme Decke, um sich gegenseitig zu wärmen. Sie klagten ihr Leid. Sie waren traurig darüber, wie arm sie waren. Sie hatten kein Holz für ein Feuer, es war kalt, sie waren verzweifelt.
Doch plötzlich bemerkte die Frau in der Asche noch zwei glühende Funken. Sie freuten sich über den kleinen funkelnden Schein! Es war ein Hoffnungsschimmer, und sie und ihr Mann erzählten sich schöne Dinge, lagen verliebt in ihren Armen. Sie fühlten sich viel wärmer und sassen die ganze lange Nacht vor dem Kamin.

Aber schliesslich sind auch die beiden glühenden Funken erloschen. Der Mann blies vorsichtig in die Asche und wollte die Funken nochmals aufglühen lassen, da hörten sie einen grossen Schrei! Ihr schwarzer Kater sprang aus dem Kamin! Die leuchtende Glut waren seine Augen. Der Kater schaute dem Paar zu, wie sie liebevoll miteinander über schöne Zeiten gesprochen haben. Doch als der Kater eingeschlafen war und die Augen schloss, schien die Glut zu erlöschen.

Der Mann und seine Frau hatten während der ganzen Nacht genügend warm, durch ihren eigenen Optimismus! Sie erkannten ihre wahren Besitztümer: Es waren nicht Reichtum und Objekte, sondern einander zu haben und ihre geliebte Katze.